Autonomes Frauenhaus Erlangen
Ein Haus für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder

09131/25872

Frauenaktion am 29.04.2017 um 12 Uhr auf dem Schlossplatz in Erlangen:
Alle Leute sind eingeladen gemeinsam mit dem Internationalen Frauencafé, dem Frauenhaus und dem Frauenzentrum  für die Rechte von Frauen zu kämpfen.

  Flyer Kundgebung__

Am 08.03.2017 meldet die Bundesregierung die Ratifizierung des “Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt”.

Wir fordern die sofortige Umsetzung, denn die Realität sieht in Deutschland ganz anders aus.

Wortlaut der “Istanbulkonvention” (Auszüge):

Kapitel I: Zweck, Begriffsbestimmungen, Gleichstellung und Nichtdiskriminierung, allgemeine Verpflichtungen

Art. 1 Zweck des Übereinkommens

1. Zweck dieses Übereinkommens ist es:

a. Frauen vor allen Formen von Gewalt zu schützen und Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt zu verhüten, zu verfolgen und zu beseitigen;

b. einen Beitrag zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau zu leisten und eine echte Gleichstellung von Frauen und Männern, auch durch die Stärkung der Rechte der Frauen, zu fördern;

c. einen umfassenden Rahmen sowie umfassende politische und sonstige Massnahmen zum Schutz und zur Unterstützung aller Opfer von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt zu entwerfen;

d. die internationale Zusammenarbeit im Hinblick auf die Beseitigung vonGewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt zu fördern;

e. Organisationen und Strafverfolgungsbehörden zu helfen und sie zu unterstützen, um wirksam mit dem Ziel zusammenzuarbeiten, einen umfassenden Ansatz für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt anzunehmen.

2.Um die wirksame Durchführung dieses Übereinkommens durch die Vertragsparteien sicherzustellen, wird durch dieses Übereinkommen ein besonderer Überwachungsmechanismus eingeführt.

 Art. 2 Geltungsbereich des Übereinkommens

1. Dieses Übereinkommen findet Anwendung auf alle Formen von Gewalt gegen Frauen, einschließlich der häuslichen Gewalt, die Frauen unverhältnismäßig stark betrifft.

2. Die Vertragsparteien werden ermutigt, dieses Übereinkommen auf alle Opfer häuslicher Gewalt anzuwenden. Die Vertragsparteien richten bei der Durchführung dieses Übereinkommens ein besonderes Augenmerk auf Frauen, die Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt geworden sind.

3. Dieses Übereinkommen findet in Friedenszeiten und in Situationen bewaffneter Konflikte Anwendung.

Art. 3 Begriffsbestimmungen im Sinne dieses Übereinkommens:

a. wird der Begriff „Gewalt gegen Frauen“ als eine Menschenrechtsverletzung und eine Form der Diskriminierung der Frau verstanden und bezeichnet alle Handlungen geschlechtsspezifischer Gewalt, die zu körperlichen, sexuellen, psychischen oder wirtschaftlichen Schäden oder Leiden bei Frauen führen oder führen können, einschließlich der Androhung solcher Handlungen, der Nötigung oder der willkürlichen Freiheitsentziehung, sei es im öffentlichen oder privaten Leben;

b. bezeichnet der Begriff „häusliche Gewalt“ alle Handlungen körperlicher, sexueller, psychischer oder wirtschaftlicher Gewalt, die innerhalb der Familie oder des Haushalts oder zwischen früheren oder derzeitigen Eheleuten oder Partnerinnen beziehungsweise Partnern vorkommen, unabhängig davon, ob der Täter beziehungsweise die Täterin denselben Wohnsitz wie das Opfer hat oder hatte;

 c. bezeichnet der Begriff „Geschlecht“ die gesellschaftlichgeprägten Rollen, Verhaltensweisen, Tätigkeiten und Merkmale, die eine bestimmte Gesellschaft als für Frauen und Männer angemessen ansieht;

d. bezeichnet der Begriff „geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen“ Gewalt, die gegen eine Frau gerichtet ist, weil sie eine Frau ist, oder die Frauen unverhältnismäßig stark betrifft;

e. bezeichnet der Begriff „Opfer“ eine natürliche Person, die Gegenstand des unter den Buchstaben a und b beschriebenen Verhaltens ist;

f. umfasst der Begriff „Frauen“ auch Mädchen unter achtzehn Jahren.

Art. 4 Grundrechte, Gleichstellung und Nichtdiskriminierung

1. Die Vertragsparteien treffen die erforderlichen gesetzgeberischen und sonstigen Maßnahmen zur Förderung und zum Schutz des Rechts jeder Person, insbesondere von Frauen, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich frei von Gewalt zu leben.

2. Die Vertragsparteien verurteilen jede Form von Diskriminierung der Frau und treffen unverzüglich die erforderlichen gesetzgeberischen und sonstigen Massnahmen zu ihrer Verhütung, insbesondere durch:

- die Verankerung des Grundsatzes der Gleichstellung von Frauen und Männern in ihren nationalen Verfassungen oder in anderen geeigneten Rechtsvorschriften sowie die Sicherstellung der tatsächlichen Verwirklichung dieses Grundsatzes;

– das Verbot der Diskriminierung der Frau, soweit erforderlich auch durch Sanktionen;

–die Aufhebung aller Gesetze und die Abschaffung von Vorgehensweisen, durch die Frauen diskriminiert werden.

3. Die Durchführung dieses Übereinkommens durch die Vertragsparteien, insbesondere von Maßnahmen zum Schutz der Rechte der Opfer, ist ohne Diskriminierung insbesondere wegen des biologischen oder sozialen Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion, der politischen oder sonstigen Anschauung, der nationalen oder sozialen Herkunft, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, der sexuellen Ausrichtung, der Geschlechtsidentität, des Alters, des Gesundheitszustands, einer Behinderung, des Familienstands, des Migranten- oder Flüchtlingsstatus oder des sonstigen Status sicherzustellen.

4. Besondere Maßnahmen, die zur Verhütung von geschlechtsspezifischer Gewalt und zum Schutz von Frauen vor solcher Gewalt erforderlich sind, gelten nicht als Diskriminierung im Sinne dieses Übereinkommens.

Art. 5 Verpflichtungen der Staaten und Sorgfaltspflicht

1. Die Vertragsparteien unterlassen jede Beteiligung an Gewalttaten gegen Frauen und stellen sicher, dass staatliche Behörden, Beschäftigte, Einrichtungen und sonstige im Auftrag des Staates handelnde Personen im Einklang mit dieser Verpflichtung handeln.

2. Die Vertragsparteien treffen die erforderlichen gesetzgeberischen und sonstigen Maßnahmen, um ihrer Sorgfaltspflicht zur Verhütung, Untersuchung und Bestrafung von in den Geltungsbereich dieses Übereinkommens fallenden Gewalttaten, die von Personen, die nicht im Auftrag des Staates handeln, begangen wurden, und zur Bereitstellung von Entschädigung für solche Gewalttaten nachzukommen.

Art. 6 Geschlechtersensible politische Maßnahmen

Die Vertragsparteien verpflichten sich, die Geschlechterperspektive in die Durchführung und in die Bewertung der Auswirkungen dieses Übereinkommens einzubeziehen und politische Maßnahmen der Gleichstellung von Frauen und Männern und der Stärkung der Rechte der Frauen zu fördern und wirksam umzusetzen.

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Aktion zum 25.11.2016

Internationaler Tag zur Bekämpfung von 

Gewalt gegen Frauen

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Am Freitag, den  25.11.2016, 16.00 Uhr, ließen wir in Erlangen, in der Nürnbergerstr. 2-4,  viele Luftballons gegen Gewalt an Frauen steigen.

 

 

 

 

 

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„40 Jahre Autonome Frauenhäuser in Bewegung - Gewalt gegen Frauen beenden!   Frauenhausfinanzierung jetzt sichern!“

Das war das Motto der 16 Tage-16 Bundesländer-Tour der Frauenhäuser in Deutschland, die am 19.02. 2016 in Kiel startete, am 8.03. in Berlin endete. Am 2.03.2016 machte sie in Regensburg Station. Wir waren dabei.

Unser Ziel:

  •  für alle gewaltbetroffenen Frauen und ihre Kinder einen schnellen und  unbürokratischen Zugang zu Schutz und Unterstützung im Frauenhaus gewährleisten.
  •  für alle Frauenhäuser in allen Bundesländern eine einzelfallunabhängige und bedarfsgerechte Finanzierung auf gesetzlicher Grundlage sichern.

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25. November 2015

Internationaler Tag zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen

Aktionen auf dem Erlanger Rathausplatz

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  • Gewalt gegen Frauen ist eine Menschenrechtsverletzung
  • Gewalt gegen Frauen umfasst körperliche, sexuelle, finanzielle und psychische Gewalt sowie Stalking, (online-)Belästigung, Drohungen
  • Jede dritte Frau hat bereits sexualisierte Gewalt erfahren – auch in Deutschland!
  • Jede zweite Frau mit Behinderung ist körperlicher und/oder sexueller Gewalt ausgesetzt
  • 43% aller Frauen haben psychische Gewalt durch ihren (Ex-) Partner erfahren
  • Nur 5-15 % aller Vergewaltigungen werden angezeigt. Davon werden nur in 8% der Fälle die Täter verurteilt.

Wir fordern:

  • Reform des Sexualstrafrechts auch bei Gewalt an widerstandunfähigen Personen
  • Bei Gewalt des Mannes gegen die Frau Aufenthaltsbestimmungsrecht und Sorgerecht für die Mutter
  • Keine Gewalt gegen Frauen mit Behinderung
  • Gleiches Recht für jedes Geschlecht
  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, selbstverständlich auch für behinderte Frauen
  • Anpassung der Kindergarten- und –krippenzeiten an die Arbeitszeiten der Eltern    (24 h Öffnung)
  • Öffnung aller Berufssparten und –positionen für Frauen
  • Anerkennung von frauenspezifischen Fluchtgründen

Autonomes Frauenhaus Erlangen, Mütter- und Familientreff Erlangen, Grünes Sofa, Frauenzentrum Erlangen, viele tolle Frauen  

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Sicherheit hat Vorrang! Safety First!

Autonome Frauenhäuser in Deutschland fordern, dass Sicherheit und konsequenter Schutz vor Gewalt in Sorgerechts- und Umgangsverfahren an erster Stelle steht, um so Mädchen und Jungen und ihre Mütter wirksam vor Männergewalt zu schützen. Die Zeit nach einer Trennung vom Gewalttäter ist für Mütter und ihre Kinder sehr gefährlich. Frauen- und Kindermorde sind die Spitze des Eisbergs. Bedrohung, Stalking, körperliche und sexuelle Gewalt kommen häufig vor. Der Schutz von Müttern und Kindern ist daher besonders wichtig, in der Zeit von Sorgerechts- und Umgangsverfahren aber nur schwer zu gewährleisten. Autonome Frauenhäuser engagieren sich seit Jahren für einen wirksamen Schutz von Frauen und Kindern. Kinder haben ein Recht auf Schutz vor  Gewalt (UN-Kinderrechtskonvention Art. 19)

  • Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung (§ 16 KJHG), auch bei und nach der Trennung der Eltern.
  • Mädchen und Jungen müssen als Betroffene von psychischer, physischer und sexualisierter Gewalt wahr- und ernst genommen werden.
  • Die Sicherheit des Kindes und der Frau sollen vordringliches Kriterium bei der Kindeswohlprüfung sein.
  • Im Gesetzestext muss Gewalt in der Familie vollumfänglich definiert werden.
  • Der Gewaltschutz muss in den Regelungen zum Sorge- und Umgangsrecht vorrangig berücksichtigt werden.
  • Der § 3 des Gewaltschutzgesetzes muss ersatzlos gestrichen werden – auch Kinder sollen hinsichtlich eines Sorgeberechtigten, also des gewalttätigen Elternteils, das Gewaltschutzgesetz anwenden können.
  • In der Rechtsprechung muss sich widerspiegeln, dass der gewalttätige Vater das Recht des Kindes auf gewaltfreie Erziehung verletzt und somit seine Erziehungsfähigkeit verwirkt hat.
  • Es darf keinen Kooperationszwang mit dem gewalttätigen Kindsvater geben.
  • Von Gewalt betroffenen Müttern muss das alleinige Sorgerecht zugesprochen werden, damit sie für sich und ihre Kinder handlungsfähig sind.
  • Kein Umgangsrecht für gewalttätige Väter
  • Mädchen und Jungen benötigen mit ihren Müttern wirksamen Schutz und Unterstützung

Autonomes Frauenhaus Erlangen und AG Kindschaftsrecht c/o Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser www.autonome-frauenhaeuser-zif.de

 

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Pressemitteilung zum Internationalen Frauentag 08. März 2014 Seit dieser Woche liegt die aktuelle Studie der Europäischen Agenturfür Grundrechte – FRA vor, die das erschreckende Ausmaß von geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufzeigt:33 Prozent der Frauen- also 62 Millionen Frauen leiden in Europa unter körperlicher und/oder sexualisierter Gewalt. In Deutschland ist der Prozentsatz mit 35% sogar noch höher. 22% der Frauen sind von Gewalt in der Partnerschaft betroffen. Die FRA stellt dazu fest: „Die EU-Mitgliedstaaten sollten Gewalt in der Partnerschaft als gesellschaftliches und nicht als privates Problem anerkennen.“ Sie ist Ausdruck einer nach wie vor männerdominierten frauen- und menschen-feindlichen Kultur. Frauen machen täglich die diskriminierende Erfahrung, dass ihre fundamentalen Grundrechte auf körperliche Unversehrtheit, sexuelle Selbstbestimmung und ihr Recht auf Leben massiv verletzt werden. Auch Männer sollte diese Tatsache zutiefst beunruhigen. Aus Art. 2 GG folgt die staatliche Verpflichtung, Frauen und deren Kinder vor Gewalt zu schützen, Gewalt zu verhindern und ihr vorzubeugen. Auch Deutschland hat das Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt („Istanbul-Konvention“) gezeichnet, das dazu Maßnahmen auf allen Ebenen vorsieht: unter anderem genügend Frauenhausplätze und qualifizierte Unterstützung gewaltbetroffener Frauen und ihrer Kinder in rechtlicher und psychologischer Hinsicht. Die Ratifizierung dieses Abkommens ist schon lange überfällig. In Deutschland bieten Frauenhäuser seit fast 40 Jahren von Gewalt betroffenen Frauen und ihren Kindern Schutz und solidarische Unterstützung an. Notwendig für einen sicheren Schutz der misshandelten Frauen und ihrer Kinder ist eine bundesweit verbindliche Regelung zur finanziellen Absicherung der Hilfsangebote der Frauenhäuser. Sie muss sicherstellen, dass in ganz Deutschland jede von Gewalt betroffene Frau für sich und ihre Kinder sofortige und kostenfreie Hilfe in Form von Schutz,Unterkunft, Beratung und Unterstützung in Anspruchnehmen kann. Dazu sind erforderlich: Genügend Frauenhausplätze, Niederschwelligkeit, Bedarfsgerechtheit und Barrierefreiheit der Frauenhäuser, Gewährleistung von kostenlosem und unbürokratischemSchutz, von Sicherheit und Anonymitätfür Frauen und ihre Kinder, einzelfallunabhängige, bedarfsgerechte und sichere Finanzierung der Frauenhäuser. Die Frauen(haus)bewegung hat sich damals wie heute zum Ziel gesetzt, Gewalt gegen Frauen wirksam zu bekämpfen und sich damit selbst überflüssig zu machen. Davon sind wir nach den alarmierenden Zahlen aus Europa allerdings noch meilenweit entfernt.

Bonn 07.März 2014

Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser

www.autonome-frauenhaeuser-zif.de