Autonomes Frauenhaus Erlangen
Ein Haus für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder

09131/25872

Hinweis zu Veranstaltungsreihe 100 Jahre Frauenwahlrecht

 

Mittwoch 21.03.2018 19:30

VHS Club  INTERNATIONAL Friedrichstraße 17

Texte zum Frauenwahlrecht

Hermann Große -Berg ( Theater Erlangen) liest Texte zur Diskussion zum Frauenwahlrecht.

Gastgeberinnen: Notruf und Beratung für vergewaltige Mädchen und Frauen e.V.

Eintritt: frei

1918 ALS STARTPUNKT VIELFÄLTIGER FEMINISTISCHER BEWEGUNGEN – EIN BLICK AUF ERLANGENS NEUERE FRAUENBEWEGUNG

Donnerstag / 8. März 2018 / 18:30 Uhr

Frauenzentrum / Gerberei 4

Im Zentrum der Veranstaltung steht die neuere deutsche Frauenbewegung in Erlangen. Welche Initiativen entstanden zu dieser Zeit, gegen was wurde gekämpft und für welche Ziele setzte frau sich ein? Ab 19:00 Uhr findet hierzu eine Podiumsdiskussion mit Zeitzeuginnen statt; bereits ab 18:30 laden wir alle Frauen zu Sektempfang und Häppchen ein. Zudem wird die Ausstellung ” Frauen im Aufbruch – Politische Plakate” zu besichtigen sein.

Gastgeber*innen: Frauenzentrum Erlangen

Eintritt:  frei / Getränke und Essen gratis

 

 

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  Flyer Kundgebung

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Am 08.03.2017 meldet die Bundesregierung die Ratifizierung des “Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt”.

Wir fordern die sofortige Umsetzung, denn die Realität sieht in Deutschland ganz anders aus.

Wortlaut der “Istanbulkonvention” (Auszüge):

Kapitel I: Zweck, Begriffsbestimmungen, Gleichstellung und Nichtdiskriminierung, allgemeine Verpflichtungen

Art. 1 Zweck des Übereinkommens

1. Zweck dieses Übereinkommens ist es:

a. Frauen vor allen Formen von Gewalt zu schützen und Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt zu verhüten, zu verfolgen und zu beseitigen;

b. einen Beitrag zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau zu leisten und eine echte Gleichstellung von Frauen und Männern, auch durch die Stärkung der Rechte der Frauen, zu fördern;

c. einen umfassenden Rahmen sowie umfassende politische und sonstige Massnahmen zum Schutz und zur Unterstützung aller Opfer von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt zu entwerfen;

d. die internationale Zusammenarbeit im Hinblick auf die Beseitigung vonGewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt zu fördern;

e. Organisationen und Strafverfolgungsbehörden zu helfen und sie zu unterstützen, um wirksam mit dem Ziel zusammenzuarbeiten, einen umfassenden Ansatz für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt anzunehmen.

2.Um die wirksame Durchführung dieses Übereinkommens durch die Vertragsparteien sicherzustellen, wird durch dieses Übereinkommen ein besonderer Überwachungsmechanismus eingeführt.

 Art. 2 Geltungsbereich des Übereinkommens

1. Dieses Übereinkommen findet Anwendung auf alle Formen von Gewalt gegen Frauen, einschließlich der häuslichen Gewalt, die Frauen unverhältnismäßig stark betrifft.

2. Die Vertragsparteien werden ermutigt, dieses Übereinkommen auf alle Opfer häuslicher Gewalt anzuwenden. Die Vertragsparteien richten bei der Durchführung dieses Übereinkommens ein besonderes Augenmerk auf Frauen, die Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt geworden sind.

3. Dieses Übereinkommen findet in Friedenszeiten und in Situationen bewaffneter Konflikte Anwendung.

Art. 3 Begriffsbestimmungen im Sinne dieses Übereinkommens:

a. wird der Begriff „Gewalt gegen Frauen“ als eine Menschenrechtsverletzung und eine Form der Diskriminierung der Frau verstanden und bezeichnet alle Handlungen geschlechtsspezifischer Gewalt, die zu körperlichen, sexuellen, psychischen oder wirtschaftlichen Schäden oder Leiden bei Frauen führen oder führen können, einschließlich der Androhung solcher Handlungen, der Nötigung oder der willkürlichen Freiheitsentziehung, sei es im öffentlichen oder privaten Leben;

b. bezeichnet der Begriff „häusliche Gewalt“ alle Handlungen körperlicher, sexueller, psychischer oder wirtschaftlicher Gewalt, die innerhalb der Familie oder des Haushalts oder zwischen früheren oder derzeitigen Eheleuten oder Partnerinnen beziehungsweise Partnern vorkommen, unabhängig davon, ob der Täter beziehungsweise die Täterin denselben Wohnsitz wie das Opfer hat oder hatte;

 c. bezeichnet der Begriff „Geschlecht“ die gesellschaftlichgeprägten Rollen, Verhaltensweisen, Tätigkeiten und Merkmale, die eine bestimmte Gesellschaft als für Frauen und Männer angemessen ansieht;

d. bezeichnet der Begriff „geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen“ Gewalt, die gegen eine Frau gerichtet ist, weil sie eine Frau ist, oder die Frauen unverhältnismäßig stark betrifft;

e. bezeichnet der Begriff „Opfer“ eine natürliche Person, die Gegenstand des unter den Buchstaben a und b beschriebenen Verhaltens ist;

f. umfasst der Begriff „Frauen“ auch Mädchen unter achtzehn Jahren.

Art. 4 Grundrechte, Gleichstellung und Nichtdiskriminierung

1. Die Vertragsparteien treffen die erforderlichen gesetzgeberischen und sonstigen Maßnahmen zur Förderung und zum Schutz des Rechts jeder Person, insbesondere von Frauen, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich frei von Gewalt zu leben.

2. Die Vertragsparteien verurteilen jede Form von Diskriminierung der Frau und treffen unverzüglich die erforderlichen gesetzgeberischen und sonstigen Massnahmen zu ihrer Verhütung, insbesondere durch:

- die Verankerung des Grundsatzes der Gleichstellung von Frauen und Männern in ihren nationalen Verfassungen oder in anderen geeigneten Rechtsvorschriften sowie die Sicherstellung der tatsächlichen Verwirklichung dieses Grundsatzes;

– das Verbot der Diskriminierung der Frau, soweit erforderlich auch durch Sanktionen;

–die Aufhebung aller Gesetze und die Abschaffung von Vorgehensweisen, durch die Frauen diskriminiert werden.

3. Die Durchführung dieses Übereinkommens durch die Vertragsparteien, insbesondere von Maßnahmen zum Schutz der Rechte der Opfer, ist ohne Diskriminierung insbesondere wegen des biologischen oder sozialen Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion, der politischen oder sonstigen Anschauung, der nationalen oder sozialen Herkunft, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, der sexuellen Ausrichtung, der Geschlechtsidentität, des Alters, des Gesundheitszustands, einer Behinderung, des Familienstands, des Migranten- oder Flüchtlingsstatus oder des sonstigen Status sicherzustellen.

4. Besondere Maßnahmen, die zur Verhütung von geschlechtsspezifischer Gewalt und zum Schutz von Frauen vor solcher Gewalt erforderlich sind, gelten nicht als Diskriminierung im Sinne dieses Übereinkommens.

Art. 5 Verpflichtungen der Staaten und Sorgfaltspflicht

1. Die Vertragsparteien unterlassen jede Beteiligung an Gewalttaten gegen Frauen und stellen sicher, dass staatliche Behörden, Beschäftigte, Einrichtungen und sonstige im Auftrag des Staates handelnde Personen im Einklang mit dieser Verpflichtung handeln.

2. Die Vertragsparteien treffen die erforderlichen gesetzgeberischen und sonstigen Maßnahmen, um ihrer Sorgfaltspflicht zur Verhütung, Untersuchung und Bestrafung von in den Geltungsbereich dieses Übereinkommens fallenden Gewalttaten, die von Personen, die nicht im Auftrag des Staates handeln, begangen wurden, und zur Bereitstellung von Entschädigung für solche Gewalttaten nachzukommen.

Art. 6 Geschlechtersensible politische Maßnahmen

Die Vertragsparteien verpflichten sich, die Geschlechterperspektive in die Durchführung und in die Bewertung der Auswirkungen dieses Übereinkommens einzubeziehen und politische Maßnahmen der Gleichstellung von Frauen und Männern und der Stärkung der Rechte der Frauen zu fördern und wirksam umzusetzen.

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Aktion zum 25.11.2016

Internationaler Tag zur Bekämpfung von 

Gewalt gegen Frauen

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25. November 

Internationaler Tag zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen

Aktionen auf dem Erlanger Rathausplatz

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  • Gewalt gegen Frauen ist eine Menschenrechtsverletzung
  • Gewalt gegen Frauen umfasst körperliche, sexuelle, finanzielle und psychische Gewalt sowie Stalking, (online-)Belästigung, Drohungen
  • Jede dritte Frau hat bereits sexualisierte Gewalt erfahren – auch in Deutschland!
  • Jede zweite Frau mit Behinderung ist körperlicher und/oder sexueller Gewalt ausgesetzt
  • 43% aller Frauen haben psychische Gewalt durch ihren (Ex-) Partner erfahren
  • Nur 5-15 % aller Vergewaltigungen werden angezeigt. Davon werden nur in 8% der Fälle die Täter verurteilt.

Wir fordern:

  • Reform des Sexualstrafrechts auch bei Gewalt an widerstandunfähigen Personen
  • Bei Gewalt des Mannes gegen die Frau Aufenthaltsbestimmungsrecht und Sorgerecht für die Mutter
  • Keine Gewalt gegen Frauen mit Behinderung
  • Gleiches Recht für jedes Geschlecht
  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, selbstverständlich auch für behinderte Frauen
  • Anpassung der Kindergarten- und –krippenzeiten an die Arbeitszeiten der Eltern    (24 h Öffnung)
  • Öffnung aller Berufssparten und –positionen für Frauen
  • Anerkennung von frauenspezifischen Fluchtgründen

Autonomes Frauenhaus Erlangen, Mütter- und Familientreff Erlangen, Grünes Sofa, Frauenzentrum Erlangen, viele tolle Frauen  

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Sicherheit hat Vorrang! Safety First!

Autonome Frauenhäuser in Deutschland fordern, dass Sicherheit und konsequenter Schutz vor Gewalt in Sorgerechts- und Umgangsverfahren an erster Stelle steht, um so Mädchen und Jungen und ihre Mütter wirksam vor Männergewalt zu schützen. Die Zeit nach einer Trennung vom Gewalttäter ist für Mütter und ihre Kinder sehr gefährlich. Frauen- und Kindermorde sind die Spitze des Eisbergs. Bedrohung, Stalking, körperliche und sexuelle Gewalt kommen häufig vor. Der Schutz von Müttern und Kindern ist daher besonders wichtig, in der Zeit von Sorgerechts- und Umgangsverfahren aber nur schwer zu gewährleisten. Autonome Frauenhäuser engagieren sich seit Jahren für einen wirksamen Schutz von Frauen und Kindern. Kinder haben ein Recht auf Schutz vor  Gewalt (UN-Kinderrechtskonvention Art. 19)

  • Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung (§ 16 KJHG), auch bei und nach der Trennung der Eltern.
  • Mädchen und Jungen müssen als Betroffene von psychischer, physischer und sexualisierter Gewalt wahr- und ernst genommen werden.
  • Die Sicherheit des Kindes und der Frau sollen vordringliches Kriterium bei der Kindeswohlprüfung sein.
  • Im Gesetzestext muss Gewalt in der Familie vollumfänglich definiert werden.
  • Der Gewaltschutz muss in den Regelungen zum Sorge- und Umgangsrecht vorrangig berücksichtigt werden.
  • Der § 3 des Gewaltschutzgesetzes muss ersatzlos gestrichen werden – auch Kinder sollen hinsichtlich eines Sorgeberechtigten, also des gewalttätigen Elternteils, das Gewaltschutzgesetz anwenden können.
  • In der Rechtsprechung muss sich widerspiegeln, dass der gewalttätige Vater das Recht des Kindes auf gewaltfreie Erziehung verletzt und somit seine Erziehungsfähigkeit verwirkt hat.
  • Es darf keinen Kooperationszwang mit dem gewalttätigen Kindsvater geben.
  • Von Gewalt betroffenen Müttern muss das alleinige Sorgerecht zugesprochen werden, damit sie für sich und ihre Kinder handlungsfähig sind.
  • Kein Umgangsrecht für gewalttätige Väter
  • Mädchen und Jungen benötigen mit ihren Müttern wirksamen Schutz und Unterstützung

Autonomes Frauenhaus Erlangen und AG Kindschaftsrecht c/o Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser www.autonome-frauenhaeuser-zif.de

 

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